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Spanholz, Sperrholz und Mehrschichtplatten

Alternativen zu Massivholz?

Nicht alles, was glänzt, ist Gold - und nicht alles, was Holz genannt wird, ist Holz. Daher hat vieles, das „Holz“ im Namen trägt, nichts mit Naturholz bzw. Massivholz zu tun. Allein unter dem Überbegriff „Holzspanwerkstoffe“ tummeln sich in der Möbel- und Holzbaubranche etliche Werkstoffe, die wegen der Bindemittel schon fast Kunststoffcharakter haben.

Kennt jeder: Span- und Schichtholz

Spanplatten sind billig und leicht zu verarbeiten. Daher werden Sie gerne im industriellen Möbelbau verwendet. Furniert wirkt Spanholz auf den ersten Blick wie Naturholz. Auf den zweiten wird schnell klar, dass es nur „Ersatzholz“ ist, das eine Holzoptik imitiert. Denn Spanplatten sind Holzspäne und Holzabfälle, die mit Leim zu Platten gepresst werden.

Dementsprechend lässt die Qualität zu wünschen übrig: Wer einmal beim Umzug Spanplattenmöbel zerlegt und nochmal aufgebaut hat, kann ein Lied von ausgerissenen Bohrungen oder abgeplatzten Kanten und Ecken singen. Im schlimmsten Fall treten diese Qualitätsmängel aber auch gleich beim ersten Aufbau auf. Das ist besonders ärgerlich und kommt Ihrem Geldbeutel auf Dauer teuer zu stehen, weil solche Möbel entsprechend oft ausgetauscht werden müssen.

Wer also Wert auf Nachhaltigkeit legt, der ist mit einem Esstisch oder Sitzmöbeln aus massivem Holz deutlich besser beraten. Denn gerade diese Einrichtungsgegenstände, die tagtäglich benutzt werden, müssen einiges aushalten können. Sowohl für den ökologischen Fußabdruck als auch für Ihre Nerven und Ihren Geldbeutel macht es deshalb Sinn, auf qualitativ hochwertige Massivholzmöbel zurückzugreifen, die mit einer äußerst langen Lebensdauer überzeugen.

Belastung durch Formaldehyd bei Spanplatte

Besonders alarmierend bei Spanplatten ist die Belastung durch Formadelhyd aufgrund des Klebstoffs: ein höchst gesundheitsschädliches Gas. Zwar sind die Ausdünstungen heutzutage geringer, dennoch gasen die Platten – je nach Emissionsklasse – dauerhaft aus. Gerade für Familien mit Kindern ist das absolut inakzeptabel.

Im Möbelbau gibt es seit den 1980er Jahren mit der MDF-Platte eine Alternative. Die „mitteldichte Faserplatte“ wird nicht aus Spänen, sondern aus fein zerfasertem Nadelholz gepresst. Das verschafft ihr zwar mehr Glätte und Homogenität, was die Verarbeitung erleichtert. Die Stabilität ist jedoch noch geringer. Und die feinen Bestandteile erfordern noch mehr zweifelhafte Zusatz- und Bindemittel. Sowohl Span- als auch MDF-Platten enthalten giftige und zum Teil gesundheitsgefährdende Klebestoffe.

Für ein gesundes und schadstofffreies Wohnklima hingegen sorgen Möbelstücke, die aus massivem Holz gefertigt sind. Übrigens: Der Holzleim, der von Qualitätsherstellern verwendet wird, ist vollkommen schadstofffrei!

Sperrholz für Schrankrückwände

Eine weitere Technik, um Platten herzustellen, ist die kreuzweise Verleimung von dünnen Massivholzschichten oder -teilen. Eine Technik, die schon die Ägypter vor 4000 Jahren nutzten. Unter dem Oberbegriff „Sperrholz“ – welches klassischerweise als dünne, flexible Platten für Schrankrückwände oder im Modellbau verwendet wird – gibt es heute verschiedene Arten von Mehrschichtholz, die sich durch Verwindungssteifheit, kaum Verzug und geringeres Quell- und Schwindverhalten auszeichnen.

Multiplexplatten: stabil, aber schwer

Die Multiplexplatte gehört zum Furniersperrholz: Mit mindestens fünf Schichten Furnier und einer Stärke von mindestens zwölf Millimeter ist sie enorm stabil – jedoch auch schwer. Sie wird bei Betonschalungen, Wandverkleidungen, im Bühnenbau oder für Arbeitsplatten eingesetzt. Ist sie mit Phenolharz beschichtet, nennt man sie Siebdruckplatte: Mit dem witterungsbeständigen Werkstoff werden etwa Fahrzeuganhänger oder Baugerüste beplankt.

OSB-Platten: ungeeignet für Möbelbau

Zu den Flachpressplatten zählt auch die so genannte OSB-Platte. Der Name „Oriented Strand Board“ besagt, dass hier weitaus größere und längere Späne längs und quer verbunden werden. OSB-Platten sind hochtragfähig, flexibel und günstig – jedoch schon allein wegen der groben Optik kaum für den Möbelbau geeignet. Sie dienen vor allem im Zimmererhandwerk als Beplankung für Wand, Boden und Decke. Auch sie dünsten Formaldehyd aus. Bei der Entsorgung gelten sie sogar als Bauschutt und dürfen keinesfalls im heimischen Kaminofen verheizt werden.

Dreischichtplatten als Konstruktionsholz

Auch die Dreischichtplatte ist ein beliebtes Konstruktionsholz, das – wie der Name schon sagt – aus drei Schichten besteht. Mit ihrem geringen Gewicht und dank leichter Schneidfähigkeit verbauen Zimmerer sie beispielsweise bei Vordächern oder Dachgauben. Wegen der größeren Stärke der einzelnen Schichten fällt sie unter den Überbegriff Brettsperrholz.

Anders als Furniersperrholz werden beim Furnierschichtholz die Lagen nicht kreuzweise, sondern parallel verleimt. Hier steht nicht Flexibilität, sondern Festigkeit im Fokus. Daher begegnet man ihnen vor allem bei Transportpaletten.

Tischlerplatte: kaum mehr Verwendung

So genanntes Stab- oder Stäbchensperrholz weist ebenso eine etwas andere Konstruktion auf. Hier werden Vollholzleisten aus Nadelholz längs in einer Mittellage zwischen zwei Deckenfurnieren verleimt. Der volkstümliche Name „Tischlerplatte“ rührt daher, dass sie früher von Schreinern selbst hergestellt wurde. Ursprünglich ein sehr leichter und standfester Werkstoff, der jedoch wegen der geringen Einsatzmöglichkeiten aus der Mode gekommen ist. Man findet sie heute eventuell noch bei preiswerten Zimmertürblättern oder im Wohnwagenbau.

Geöltes Naturholz ist gesunde und langlebige Alternative!

Unterm Strich haben Span- und Sperrholz durch ihre physikalischen Eigenschaften eine gewisse Berechtigung in bestimmten Bereichen, etwa als Konstruktionsholz. Verglichen mit Massivholz stellen sie jedoch im Möbelbau immer eine minderwertige Variante dar. Vor allem ist die Belastung durch das toxische Formaldehyd durchaus zu bedenken: Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für Massivholz in seinen vier Wänden – im Optimalfall nicht lackiert, sondern mit Naturöl veredelt. Denn so behält das Holz seine natürlichen Eigenschaften.

Verschiedene Studien belegen, dass es sich maßgeblich positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirken kann, wenn man sich vorwiegend mit Naturmaterialien einrichtet und umgibt.

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