• +49-89-41616366
  • Kostenfreie Lieferung

Massivholzmöbel

Wer ökologisch wohnen will, holt sich Massivholz in seine vier Wände. Massivholzmöbel sind aus Bäumen gefertigt, wie sie im Wald wachsen – oder? Ganz so einfach ist es nicht: Bei dem natürlichen Werkstoff Holz für den Möbelbau gibt es Unterschiede: in Sachen Qualität und auch bei der Verarbeitung. Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer sind günstiger und leichter zu verarbeiten. Harthölzer wie Nussbaum, Esche oder Eiche sind wegen des hohen Härtegrades und der ansprechenden Optik im Möbelbau gefragt.

Eichenholz hat zusätzlich einen hohen Gehalt an Gerbstoff, was man sich bei Weinfässern zu Nutze macht: Der Gerbstoff Tannin verleiht Wein sein besonderes Aroma während des Reifeprozesses. Gleichzeitig wirkt die Gerbsäure antibakteriell - das macht Eichenholz auch für die Herstellung von Tischplatten und Schneidebrettern interessant.

Eigenschaften von Massivholz

Bestimmt haben Sie schon mal gehört, dass „Holz arbeitet“. Gemeint ist damit, dass Holz schwinden und quellen kann. Abhängig ist das in erster Linie von Feuchtigkeitsschwankungen. Das Holz nimmt überschüssige Feuchtigkeit in der Luft auf und gibt diese bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit wieder ab. Diesen Effekt können Sie sich zunutze machen: Praktisch nebenbei sorgt das Holz dadurch nämlich für ein angenehmes Raumklima, das entscheidend zur Wohngesundheit beiträgt. Denn durch ein optimales Luftfeuchtigkeitsverhältnis können zum Beispiel Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit vermindert werden. Damit Sie von dieser Wirkung profitieren können, veredeln wir die Holzoberfläche lediglich mit Naturöl - so behält der Werkstoff seine natürlichen Eigenschaften. Lackierte und lasierte Oberflächen verlieren diese positive Eigenschaft.

Was ist Massivholz?

Was ist denn aber eigentlich Massivholz? Eine DIN-Norm legt das für den Handel genau fest: Massivholzmöbel dürfen nicht furniert sein und keinen Spanplattenkern haben - sondern sie müssen eben aus massivem Holz gefertigt sein. Ausgenommen davon sind Rückwände und Schubladenböden.

Massivholz ohne Leim

In der Regel ist ein Massivholzmöbel nicht aus einem Stück, sondern besteht aus mehreren Holzteilen. Diese müssen erst zu einem Möbel zusammengefügt werden. Neben Leim kann man dafür auf Holzverbindungen sowie Schrauben zurückgreifen.

Um die einzelnen Holzelemente zu einem Möbelstück zu vereinen, setzten wir überall wo es geht auf traditionelle Handwerksverbindungen. Diese sind in der Fertigung zwar aufwendiger, dafür aber überaus stabil. Außerdem sind Schwalbenschwanz-, Zinken- oder Zapfenverbindungen charakteristisch für Möbel aus unserer Holzmanufaktur. Diese Holzverbindungen gelten seit jeher als Qualitätsmerkmal und haben sich bereits seit vielen Jahrhunderten bewährt.

In bestimmten Bereichen, zum Beispiel bei Tischplatten, verwenden wir auch Leim.

Übrigens: Qualitätsbewusste Hersteller von Massivholzmöbeln verwenden unbedenkliche Leime. Deshalb verwenden wir ausschließlich vollkommen schadstofffreien Leim, der selbstverständlich frei von Formaldehyd und ähnlichen Stoffen ist.

Verzug bei Massivholz

„Aha“, denkt sich nun der Laie: Die Baumstämme werden also einfach zu Brettern gesägt, und diese dann zu Möbeln zusammengefügt. Nicht ganz. Leider hat Holz die Neigung, sich zu verziehen. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen lassen das Holz arbeiten. Nur sehr dicke Bretter – etwa ab 35 Millimeter – bleiben relativ eben. Um den Verzug bei Massivholz zu minimieren, hat man im Schreinerhandwerk einige Lösungen gefunden: So schraubt man beispielsweise auf der Rückseite der Massivholzplatte Leisten quer der Faser auf - sogenannte Gratleisten. Das sind schmale Holz- oder Metallleisten, die in eine entsprechende Fuge geschoben werden. Insbesondere Gratleisten, die komplett aus Holz gearbeitet sind, sind überaus stabil. Diese Art der Holzverbindung ist schon viele hunderte Jahre alt.

Auch mit speziellen Leimtechniken kann man verhindern, dass sich das Holz merklich verzieht.

Was Viele nicht wissen: Eine einzelne, große und aus einem Stück gesägte Platte tendiert stärker zur Rissbildung. Deshalb bestehen hochwertige Tischplatten meist aus mehreren Bohlen, die auf eine bestimmte Art mit Leim zusammengefügt werden. Die Zugkräfte im Holz wirken dann so aufeinander ein, dass kaum Risse entstehen. Erst so entstehen langlebige Holzmöbel.

Leimtechniken

Im Wesentlichen gibt es zwei Leimtechniken, die im Möbelbau eingesetzt werden. Diese beiden Arbeitsweisen unterscheiden sich sowohl qualitativ als auch optisch deutlich voneinander.

Massivholz PV

Massivholz PV ist die Bezeichnung für die sogenannte Patchworkverleimung. Bei dieser Leimtechnik werden ca. 4 bis 5 Zentimeter schmale und relativ kurze (ca. 40 cm) Holzstreifen zusammengesetzt. Von der Optik her erinnert das Ergebnis an Parkett. Diese Technik ist im Möbelbau weniger hochwertig als die Lamellenverleimung (Massivholz DV), denn es kommt viel mehr Leim zum Einsatz. Außerdem gibt es unnötig viele Verbindungsstellen, die mit der Zeit uneben werden können und potenzielle Schwachstellen sind. Da die einzelnen Holzbretter in kleine Stücke zersägt werden, können auch minderwertige Holzbohlen verarbeitet werden. Von Schädlingen befallene oder unbrauchbare Stellen werden einfach weggesägt. Übrig bleiben dann die kleinen Holzstücke, die wieder zu einer Platte zusammengesetzt werden. Insgesamt erhält man mit dieser Methode ein deutlich weniger hochwertiges Produkt - deshalb fertigen wir in der Anton Doll Holzmanufaktur keine Möbel mit Massivholz-PV.

h3>Massivholz DV

Ein besonderes Qualitätsmerkmal für Tischplatten und Sitzbänke ist die Lamellenverleimung, die wir auch für die Möbel aus der Anton Doll Holzmanufaktur verwenden. Das Kürzel DV steht für durchgängige Verleimung. Handverlesene und durchgängige Bretter werden in Ihrer gesamten Länge zu einem Möbelstück zusammengefügt. Die einzelnen Bohlen, die dafür hergenommen werden können, müssen daher im Gesamten besonders hochwertig sein. Denn hier können fehlerhafte oder unschöne Stellen nicht einfach herausgeschnitten werden, wie z. B. bei der Patchwork-Verleimung.

Das gesamte Brett muss in hervorragender Qualität sein, damit es in einem Stück weiterverarbeitet werden kann. Das Ergebnis heißt kurz „Massivholz DV“ und kommt im Erscheinungsbild natürlich gewachsenem Holz am nächsten. Diese Leimtechnik ist die hochwertigste und steht für exzellente Qualität, da nur erstklassige Holzbohlen verarbeitet werden.

Oberflächenschutz für Massivholzmöbel

Je nach Verwendung kann das Möbelstück aus Massivholz unbehandelt bleiben, oder aber eine Oberflächenveredelung zum Schutz des Holzes ist sinnvoll. Es gibt verschiedene Methoden, die Oberfläche von Massivholz zu schützen. Lasuren und Lacke enthalten häufig Schadstoffe und verändern die Holzeigenschaften. Nicht selten sind diese Oberflächenbehandlungen sogar giftig und wirken sich negativ auf die Wohngesundheit aus.

Deshalb werden unsere Möbelstücke lediglich mit vollkommen schadstofffreiem Holzöl veredelt. Das Öl verleiht der Oberfläche den nötigen Schutz und lässt das Holz gleichzeitig für gesundes Raumklima sorgen.

Alternative zu Massivholz

Als Alternativen zu Massivholz sind Dreischichtplatten oder Multiplexplatten zu erwähnen: Diese sind in der Herstellung und Verarbeitung zwar deutlich günstiger, haben aber mit dem qualitativ hochwertigem Massivholz aus dem Traditionshandwerk nichts gemein. Außerdem ist die Lebenszeit von Möbeln aus diesen Materialien deutlich verkürzt. Zu Bedenken ist außerdem, dass für das Zusammenkleben der einzelnen dünnen Holzplättchen oft auch giftige Klebstoffe zum Einsatz kommen.

x
Error