Oberflächenbehandlung von Massivholz

Holz ist ein organisches Material: Es muss gegen Umwelteinflüsse geschützt werden, damit sich seine Zellstruktur nicht zersetzt. Im Außenbereich ist besonders darauf zu achten, dass Wasser ungehindert ablaufen kann, damit es nicht zu Fäulnis kommt. Zusätzlich konserviert man Holz mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen. Im Innenbereich braucht ein Möbelstück dennoch Schutz.

Holz oberflächenschutz im Innenbereich

Feuchtigkeit kann Massivholzmöbel beschädigen, da Holz quellen und sich verziehen kann. Nicht zu vergessen: Kaffee, Obst, Säfte, Wein oder Staub werden von unbehandeltem Holz aufgenommen. Um unschönen Flecken vorzubeugen und das Holz vor Staub zu schützen, ist es also sinnvoll, die Holzoberfläche zu behandeln. Dafür gibt es verschiedene Methoden – mit qualitativ großen Unterschieden.

Lackierte Holzoberflächen

Manche Oberflächenbehandlungen schließen die Poren von Massivholz komplett. Dann spricht man von „versiegeln“ – etwa beim Lackieren. Bunt- oder Klarlacke, meist auf Acrylbasis, überziehen die Holzoberfläche mit einer geschlossenen Kunststoffschicht. Das ist im Außenbereich bei Türen und Fenstern eine durchaus sinnvolle Oberflächenbehandlung. Im Innenbereich weniger: Auch, wenn heutige Lacke wasserverdünnbar und schadstoffarm sind, geben viele gesundheitsschädliche Emissionen ab.

  • Lackierte Oberflächen sind empfindlich!

    Zudem ist die mechanische Belastbarkeit von Lack – ob am Möbelstück oder am Parkett – begrenzt: Kratzer oder Eindrücke beschädigen die Lackschicht. Auch bei natürlicher Ausdehnung und Schrumpfung von Holz kann Lack reißen. Gebrauchsspuren lassen sich nie ganz verhindern. Bei lackierten Oberflächen besteht das Problem, dass sie aber sehr schnell sehr unansehnlich werden. Risse und abgeplatzte Lackstellen sind praktisch nicht vermeidbar – sind aber überaus verunstaltend.

  • Lackierte Oberflächen verfälschen natürliche Eigenschaften

    Und mal ehrlich: Ist es nicht paradox, das Naturmaterial Massivholz mit Kunststoff zu überziehen? Die positiven Eigenschaften und die natürliche Haptik des Holzes gehen verloren und schlimmstenfalls – bei Farblacken – auch noch die Maserung. Über den Einsatz von Lack zur Oberflächenveredlung lässt sich also trefflich streiten. Oder eben auch nicht.

Lasieren von Holz

Eine Lasur ist eine Oberflächenbehandlung, die das Holz weitgehend offenporig belässt. Dünnschichtlasuren dringen tief in das Holz ein, sorgen für Imprägnierung und erhalten den Charakter des Naturmaterials Holz. Die Maserung wird also nicht überdeckt. Lasuren eignen sich gut für den Außenbereich, etwa für Zäune oder Gartenmöbel. Gleichzeitig enthalten viele Lasuren Farbstoffe, die verschiedene Holzarten imitieren. Für den Innenbereich sind jedoch die meisten Lasuren nicht geeignet: Sie enthalten Lösungsmittel und dünsten aus – oft unter intensivem Geruch. Die Folge sind Kopfschmerzen und ein ungutes Gefühl: Niemand will doch giftige Stoffe in seiner Wohnumgebung wissen.

  • Dickschichtlasuren enthalten häufig Lösungsmittel

    So genannte Dickschichtlasuren dagegen haben eine lackartige Konsistenz. Sie pigmentieren Holz, decken nicht so intensiv und die Holzmaserung bleibt sichtbar. Im Innenbereich sind sie verwendbar – blättern jedoch unter Belastung ab. Auch solche Lasuren sind nicht immer frei von Lösungsmitteln. Wer also wert auf seine Wohngesundheit legt, für den ist die Oberflächenbehandlung mit Lasur auch nicht zu empfehlen.

Laugen und Beizen von Holz

Manche Oberflächenbehandlungen zielen nur auf eine ästhetische Wirkung. Lauge hellt das Holz auf. Beize, die meist auf Wasserbasis ist, sorgt für dunklere Farbtöne nach Wunsch. Hier gibt es im Fachhandel Beizmittel, die bestimmte Töne von Holzarten imitieren. Durch wiederholtes Auftragen wird der Farbton immer dunkler. Diese Pigmentierungen kann man nicht rückgängig machen, da das Holz von flüssiger Beize getränkt wird.

  • Holz Beizen, Laugen und Ölen

    Wünscht man sowohl einen anderen Farbton als auch eine Konservierung, lassen sich Laugen oder Beizen mit einer anschließenden Oberflächenbehandlung durch Naturöl oder Wachs kombinieren. So wird ein unbedenklicher Schutz von Massivholz geschaffen, der optisch eine individuelle Gestaltung zulässt. Weil wir jedoch großen Wert darauf legen, dass das Holz seine Natürlichkeit behält, greifen wir in unserer Manufaktur nicht zu Beize und Lauge – denn wir finden, hochwertiges Holz muss sich nicht tarnen!

Holz - Ölen und Wachsen

Für die markellose Oberflächenbehandlung greifen wir zu Naturöl oder Hartwachsöl. Mit verschiedenen Ölen ist es ebenfalls möglich, die Farbgebung des Holzes in einem gewissen Bereich zu variieren. So kann man seinen neuen Esstisch aus Massivholz perfekt an die Umgebung anpassen, damit er sich harmonisch einfügt. Eine Oberflächenbehandlung mit Öl oder Wachs belässt Massivholz offenporig und birgt – wenn es sich um Naturöl handelt – keine gesundheitlichen Risiken. Selbstverständlich kommt bei uns nur schadstofffreies Holzöl zum Einsatz, das das Holz schützt. Es kann weiterhin „atmen“ und duftet angenehm nach dem Naturöl.

  • Geölte Oberflächen sind robust

  • Auch mechanische Beanspruchungen zerstören die Schutzschicht gegen Feuchtigkeit oder Verfärbungen nicht. Kratzer können auch hier später entstehen, gehört jedoch zur natürlichen Patina. Außerdem lassen sich leichte Kratzer und Flecken oftmals sehr gut wieder mit wenigen Tropfen Öl wieder rauspolieren.

  • Problemlose Aufbereitung von geölten Massivholzmöbeln

    Auch können geölte Massivholzmöbel bei Bedarf sehr gut aufbereitet werden – man kann die Oberfläche einfach abschleifen, erneut mit Öl einlassen und sie sieht wieder wie neu aus. Bei allen anderen Oberflächenbehandlungen ist das mit deutlich mehr Aufwand verbunden und teilweise gar nicht ohne Weiteres möglich.

  • Öl unterstreicht natürliche Schönheit von Holz

    Nicht zuletzt verstärken das Ölen und Wachsen den ästhetischen Reiz von Holz, denn es hebt die Maserung und natürliche Farbe des Holzes schön hervor - man spricht vom „Anfeuern“. Dies verstärkt den Eindruck der Maserung, beim abschließenden Polieren erhält ein Möbelstück natürlichen Glanz.

  • Unterschiede zwischen Holz Wachsen und Ölen

    Der Unterschied von Wachsen und Ölen liegt in der Haltbarkeit. Wachsbeschichtungen sind nicht so dauerhaft und müssen öfter wiederholt werden. Öle dagegen dringen tiefer in die Oberfläche ein und müssen selten aufgefrischt werden. Bei beiden gilt jedoch: Wird Holz einmal mit Wachs oder Öl behandelt, kann es in der Regel nicht mehr lackiert werden. Da diese Mittel in das Holz eindringen, haftet der Lack nicht ausreichend am Holz.

  • Die perfekte Lösung: Hartwachsöl

    Für die Tische aus der Anton Doll Holzmanufaktur stehen verschiedene Öle zur Oberflächenbehandlung zur Auswahl: Wir verwenden je nach Wunsch reines Holzöl, aber auch Naturöl mit einem Hartwachsanteil. Dieses Öl verbindet die Vorteile beider Oberflächenbehandlungen. Rein gewachste Oberflächen wirken oftmals sehr klebrig. Durch die Verbindung mit Öl genügt schon ein geringer Wachsanteil, denn beide Komponenten zusammen ergeben einen langlebigen Oberflächenschutz – ohne Schadstoffe und ohne unangenehme Ausdünstungen.

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