Holzmaserung

Oft kopiert und nie erreicht – selten brachte es dieser Satz so gut auf den Punkt. Die natürliche Maserung eines Baumes ist einzigartig: Bislang hat noch kein Hersteller von Laminat- oder Vinylböden dieses Dekor überzeugend imitiert. Noch unechter wirken Kunststoffnachbildungen der Holzoptik, die manche Möbelproduzenten als Folie oder Furnier auf Spanplatten kleben: Hier handelt es sich ohnehin um Möbel von minderer Qualität.

Die Maserung - Charakteristik des Baumes

Was aber bedeutet Holzmaserung eigentlich? Die Maserung ist vielleicht das optisch schönste Merkmal, das Massivholz zu bieten hat. Auch „Holzbild“ genannt, ist die Maserung das Abbild der Jahresringe auf einem geschnittenen Stück Holz. Man sieht deutlich, wie ein Baum mit seinen Ästen gewachsen ist. Wird der Baum vertikal – also längs – gesägt, bilden sich die Ringe parallel auf dem Brett ab. Sehr reizvoll ist auch ein horizontaler Schnitt: Auf so genanntem Stirnholz sind Maserungen als runde Jahresringe sichtbar. Diese Variante findet sich bei manchen Parkettsorten oder bei Schneidebrettern: Stirnholz eignet sich hierfür nicht nur wegen der Ästhetik, sondern auch wegen seiner Härte optimal. Deshalb ist beispielsweise unser überaus robuster Hackblock aus Stirnholz gefertigt.

Maserung gibt Aufschluss über die Holzart

Jede Holzart hat eine eigene, charakteristische Maserung. In Kombination mit der sortentypischen Einfärbung kann man also mittels der Maserung die Baumart erkennen, von der das Holz stammt. Grundsätzlich haben Harthölzer wie Eiche, Nuss oder Esche wegen des langsameren Wuchses engere und feinere Linien als Weichhölzer (z.B. Fichte oder Kiefer).

Ahorn & Esche

Die Maserung von Ahorn zeichnet sich durch einen welligen Verlauf der Linien aus, während das Holz eine sehr helle Färbung aufweist. Esche ist ebenfalls ein sehr helles Holz, das ist mit seinen haarfeinen, gelblichen oder weiß-rötlichen Linien über eine eher ruhige und ebenmäßige Maserung verfügt.

Eiche

Eiche weist zusätzlich zu ihren dunklen Jahresringanteilen eine sehr kontrastreiche und leidenschaftliche Maserung auf: Dieses beeindruckende Holzbild setzt besonders Designmöbel perfekt in Szene und findet außerdem große Beliebtheit bei Parkettböden. Das Holz lässt sich vielfältig kombinieren, weil die Maserung ein Blickfang ist, der das Möbelstück unterstreicht, ihm dabei aber nicht die Show stiehlt.

Altholz

Besonders individuell fällt das Holzbild bei Altholz aus. Zur Maserung durch Astansätze und Jahresringe gesellen sich die Zeichen des Alters: Je nach vorheriger Verwendung sind dann sonnenverbrannte Stellen, Einschlüsse u.s.w. sichtbar. Rillen oder Unebenheiten können auf Wunsch mit Epoxidharz aufgefüllt werden. Nimmt man dafür z. B. schwarzes Epoxidharz, erscheint das Holzbild durch eine Portion Extravaganz noch dynamischer.

Nussbaum

Nussbaumholz verfügt über eine ausgesprochen schöne und vielfältige Maserung. Generell handelt es sich um ein sehr lebendiges Holzbild. Das Edelholz hat hinsichtlich seiner Färbung ein großes Spektrum zu bieten: Sie reicht von hellen, rötlichen Brauntönen bis hin zu schwarz-braunen Farbnuancen. Abhängig davon kann auch die Maserung vollkommen unterschiedlich wirken. Die Maserung selbst kann je nach Holzbohle in c-förmigen Halbringen und ovalen Ringen verlaufen, oder aber auch in feinen, parallelen Linien.

Erhabene oder glatte Maserung

Wird gewünscht, dass die Maserung haptisch hervortritt, also fühlbar ist, kann der Handwerker das Holz bürsten. Dabei trägt er Holz zwischen den Jahresringen ab - denn das Holz in den Zwischenräumen ist weicher, als die Jahresringe selbst, sodass entsprechende Erhebungen entstehen.

Wenn die Holzoberfläche eine samtig-glatte Haptik erhalten soll, muss der Schreiner bei der Verarbeitung darauf achten, das Holz immer in Richtung der Maserung zu schleifen. Nur so kann er sichergehen, die Maserung nicht aufzurauen und eine seidige Oberfläche zu erzeugen.

Maserung und Oberflächenveredelung

Die Oberflächenbehandlung von Massivholz hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sich die Maserung präsentiert. Und eins kann man ganz klar sagen: Lackieren wird der natürlichen Schönheit der Holzmaserung nicht gerecht! Vor allem nicht, wenn das Holz farbig lackiert wird - dann ist nämlich keine Maserung mehr zu erkennen. Mit Klarlack bleibt sie zwar sichtbar – dunkelt jedoch später wegen der UV-Einstrahlung nach.

Die schönsten Effekte erzielt man durch eine Ölbehandlung: Mit dem Einsatz von Naturölen können Kontraste und Einfärbungen verstärkt werden. Man spricht dabei vom „Anfeuern der Maserung“. Feine, vormals versteckte Linien werden sichtbar und das Öl verleiht dem Holz einen satten Farbton.

Wer ein eher ebenmäßiges Holzbild bevorzugt, oder lieber eine helle, unaufgeregte Holzoberfläche wünscht, kann auch das mit dem richtigen Holzöl erreichen: Ein Öl mit weißen Pigmenten etwa verleiht der Holzoberfläche ein ruhiges und harmonisches Erscheinungsbild und hellt die Eigenfarbe des Holzes auf.

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